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MEHR ALS ZWEI MONATE WARTEN AUF EIN TEAM VON MEISTERN.

Folgen des weltweiten Baubooms: Baumaterialien sind knapp und sehr teuer.

  • 21. JUNI 2021

In Deutschland müssen Kunden nun gut zwei Monate auf Arbeitskräfte warten. „Vom Auftragseingang eines Bau- oder Renovierungsauftrags bis zum Baubeginn vergehen durchschnittlich 8,8 Wochen“, sagt Hans Peter Wallsifer, Geschäftsführer Handwerksmedien bei Funke.

Ein Grund für die lange Wartezeit ist die Unterbrechung der Lieferketten während einer Pandemie. "Es gibt einen Mangel an Baumaterialien, und die Preise sind in die Höhe geschossen", sagte Wallsifer. „Es fehlt an Holz, Metall, Kunststoff, Isolierung – fast an allem, was man zum Hausbau braucht.“

Die Preise für Holz und andere Baumaterialien auf dem Weltmarkt sind stark gestiegen, unter anderem aufgrund der hohen Nachfrage aus China und den Vereinigten Staaten. Wallsifer forderte die Bundesregierung zum Handeln auf und forderte Preisanpassungen im öffentlichen Beschaffungswesen und bei laufenden Verträgen. „Förderprogramme für Neubauten und Renovierungen müssen entsprechend den steigenden Baupreisen verstärkt werden“, sagte Wallsifer. Auch aktuelle Preis- und Beschaffungsprobleme müssen bei Hilfeleistungen infolge der Corona-Krise berücksichtigt werden.

Darüber hinaus wurde der Handel durch einen enormen Personalmangel behindert. „Wir haben derzeit rund 32.000 offene Stellen in 130 Bauberufen“, sagte Wallsifer. Bei den Neuverträgen gab es Ende Mai ein Plus von neun Prozent im Vergleich zum Vorjahr, aber im Vergleich zum Mai 2019 – dem letzten vor der Pandemie – einen Rückgang von zehn Prozent. "Es besteht dringender Handlungsbedarf."

Herr Wallsifer hat ein neues Herbstprojekt angekündigt, um den Bauberuf für junge Frauen attraktiver zu machen. „Fast jeder fünfte Auszubildende ist eine Frau; und dieser Trend, den fairen Sex in die Baubranche einzubeziehen, setzt sich fort.“

Der Präsident des Handwerks beklagte weiterhin die ungleiche Verteilung der öffentlichen Förderung auf akademische und berufliche Bildung. Der Bund investiert beispielsweise über den Hochschulpakt Milliarden in den Hochschulbereich, obwohl dies eigentlich Aufgabe der Länder ist. „Leider reicht der Geldfluss für die Berufsausbildung nicht aus“, schloss er.

Quelle: ZEIT-Ausgabe

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