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Die Grundsteuer in Deutschland unterscheidet sich stark.

Im nordrhein-westfälischen Gütersloh wird die niedrigste Grundsteuer Deutschlands erhoben, und im gleichnamigen Witten müssen Grundstückseigentümer berappen. Dementsprechend gibt es auch deutliche Unterschiede zwischen den Bundesländern.

  • 17. MAI 2021

Die Grundsteuer wird einmal jährlich von den Grundstückseigentümern entrichtet. Das Geld geht an Städte und Gemeinden, sodass die Steuer, die jährlich mehr als 14 Milliarden Euro einnimmt, eine wichtige Einnahmequelle für rund 11.000 Kommunen ist. Auch die Höhe der Grundsteuer ist für den Mieter wichtig, da diese vom Eigentümer durch Betriebskosten umgelegt werden kann.

Die Berechnung ist schwierig, aber ein Faktor ist der Beitragssatz, der von den Kommunen selbst festgelegt wird. Dieser Satz kann je nach ihren finanziellen Bedürfnissen stark variieren. Die Befragung der 100 größten Städte Deutschlands ist ein Zwischenergebnis, bevor sich die Basis ändert. Nach einem Gerichtsurteil Ende 2019 mussten die Berechnungen überdacht werden, da die Werte veraltet waren. Nach der Übergangsfrist sollen die neuen Berechnungsmethoden ab Januar 2025 endgültig angewendet werden. Auch der Steuersatz wird von den Gemeinden festgelegt.

Experten haben untersucht, welche Kommunen bei der Grundsteuer zuletzt „die Nüsse gelockert“ haben, um die Belastungen durch die Corona-Krise abzumildern. Rund hundert Landkreise blieben im Vergleich zur letzten Erhebung 2018 unverändert. In Gütersloh kostet ein Standard-Einfamilienhaus jährlich 323 Euro Grundsteuer, in Witten 771 Euro. Der Bundesdurchschnitt liegt laut Forschern derzeit bei 478 Euro und damit „etwas mehr“ als 2018.

Relativ günstig ist die Gebühr auch in Regensburg (335 Euro) und Reutlingen (339 Euro), während Offenbach am Main (758 Euro) und Mülheim an der Ruhr (754 Euro) vor Witten niedriger liegen. Im Ranking der Bundesländer ist die jährliche Grundsteuer im Bundesland Rheinland-Pfalz am günstigsten – durchschnittlich 385 Euro, Schlusslicht ist Berlin mit 686 Euro.

Im Vergleich zur Erhebung von 2018 haben zuletzt zwölf Städte die Grundsteuer erhöht. In manchen Städten sei die Steuerlast "fast explodiert", klagte Kai Warneke, Vorsitzender der Eigentümergemeinschaft. „Dem müssen wir dringend entgegenwirken, damit Wohnraum für Mieter und Eigentümer zugänglich bleibt und in allen Städten wieder verfügbar wird“, forderte er. Der Verband empfahl Kommunen, Strategien zur Senkung der Grundsteuern zu entwickeln und diese den Bürgerinnen und Bürgern zu erläutern.

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