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AUF DEUTSCHEN BAUSTELLEN FEHLT ES SOWOHL AN BAUMATERIALIEN ALS AUCH AN ARBEITERN.

Baustellen in Deutschland brauchen Elektriker, Installateure, Heizungs- oder Klimafachkräfte. Es fehlt an Kunststoffrohren und Kunststoffen, Stahl und Holz sowie Dämmstoffen.

  • 10. MAI 2021

Der Umfrage zufolge befürchten viele Projektentwickler Verzögerungen oder Ausfallzeiten aufgrund von Materialmangel. Das ist laut Bundesverband unabhängiger Immobilien- und Wohnungsunternehmen (BDW) das Ergebnis einer Befragung von rund 1.600 Unternehmen. Demnach gaben fast 90 Prozent der Antworten einen „erheblichen Mangel an Holz, Dämmstoffen und Stahl“ an.

„Wir stellen mit Sorge fest, dass fast kein Holz mehr da ist“, sagte BFW-Präsident Andreas Ibel. „Bei Holz, aber auch bei Stahl und Dämmstoffen geht die Preisentwicklung nur in eine Richtung – nach oben“, fügte er hinzu. Dieser Trend müsse „bis zum Baustopp dringend gestoppt werden“.

Derzeit herrscht laut BFW eine Knappheit an Kunststoffrohren und Kunststoffen. Das Defizit bedroht sowohl Neubauprojekte als auch Instandsetzungsarbeiten. "Unsere Unternehmen sind jetzt sehr besorgt", beklagte Ibel. Lieferfristen von Objekten sind gefährdet, Finanzierungspläne schwanken. „Auf vielen Baustellen beträgt die Verzögerung zwei bis vier Wochen“, erklärt er. Die Gründe für das Defizit hängen unter anderem mit der stark gestiegenen Nachfrage in China und den Vereinigten Staaten zusammen.

Laut einer Studie des Bundeswirtschaftsministeriums gab es neben der Baustoffknappheit einen Fachkräftemangel in der Baubranche von 65.000 Menschen. Der Anteil der offenen Stellen in der Bauwirtschaft liegt mit rund 36 Prozent deutlich höher als in der Gesamtwirtschaft und liegt bei soliden 27 Prozent.

Nach Angaben des Kompetenzzentrums für Fachkräfte (Kofa) des Deutschen Instituts für Wirtschaft, das vom Ministerium für Forschung zuständig ist, fehlen vor allem Elektriker, Sanitär, Heizung und Klima, Fahrzeugtechnik, Holz- und Möbelbau.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmeier (CDU) rät jungen Menschen, Bauberufe zu erlernen. „Es hat sich gezeigt, wie attraktiv und verlässlich die Berufe der Facharbeiter sind, weil sie auch in der Krise verlässliche Perspektiven eröffnen“, sagte er.

„Ein Berufsabschluss ist die beste Arbeitslosenversicherung“, ergänzte Hans Peter Wallsifer, Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH). Meister werden händeringend als Nachfolger oder Mitarbeiter des Unternehmens gesucht: „Der Bedarf an Fachkräften ist riesig.“

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