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HYPOTHEKEN IN DEUTSCHLAND ERHOLEN EINEN BOOM, ABER DIE ZINSEN FÜR DARLEHEN STEIGEN.

Die hohe Nachfrage nach Immobilien hat den Baufinanzierungsboom während der COVID-2020-Krise weiter verschärft.

  • 12. APRIL 2021

Die Höhe der von deutschen Banken vergebenen Baukredite stieg auf den Rekordwert von 273 Milliarden Euro nach 263 Milliarden Euro im Jahr 2019. Das Baufinanzierungsvolumen der Banken an Privatpersonen wiederum belief sich auf knapp 1,4 Billionen Euro. Im vergangenen Jahr belief sich das Kreditportfolio auf 1,3 Billionen Euro. Zuletzt haben sich jedoch die Konditionen für die Vergabe von Baukrediten verschlechtert. Für Immobilienkäufer bedeutet dies höhere Kosten.

Das seit vielen Jahren gut laufende Baukreditgeschäft hat im vergangenen Jahr durch die Pandemie zusätzlichen Schwung bekommen. Der Kreditbestand beschleunigte sich 2020 auf 6,6 Prozent pro Jahr. Niedrige Bauzinsen und höhere Immobilienpreise führten 2019 zu einem Anstieg des Bestands an Baukrediten um 5,7 Prozent.

In einer Pandemie ist die Nachfrage nach Wohnungen und Häusern noch stärker gestiegen. In Zeiten von Quarantäne und Homeoffice sowie fehlenden Anlagealternativen träumen viele Menschen von ihrem großen Haus zu niedrigen Zinsen. Das führt zu höheren Preisen: Immobilienkäufer mussten laut Statistischem Bundesamt 2020 durchschnittlich 7,4 Prozent mehr bezahlen als im Vorjahr.

Viele Eigenheimbesitzer erhalten laut einer PwC-Studie niedrige Zinsen durch langfristige Verträge: Erstmals hat die durchschnittliche Laufzeit von Neubaudarlehen elf Jahre überschritten. Da die Immobilienpreise vielerorts steigen und nicht jeder mehr Kapital anziehen kann, wächst auch oft das Kreditvolumen.

Laut Hüttig & Rompf, einem Wohnungsfinanzierer, betrug die Anzahlung im vergangenen Jahr 20%. Das sind vier Punkte weniger als 2016. Seit Anfang des Jahres sind Kredite für Immobilienkäufer allerdings teurer geworden. Der Zinssatz für zehnjährige Kredite ist in den letzten zwei Monaten um knapp 0,2 Prozentpunkte gestiegen und liegt nun im Schnitt bei etwa 0,9 Prozent. Die Zinssätze stiegen zusammen mit dem allgemeinen Rentabilitätsniveau der Börsen. Anleger erwarten deutlich höhere Inflationsraten, da sie auf eine Corona-Pandemie und eine wirtschaftliche Erholung setzen. Auch massive staatliche Hilfen, etwa in den USA, dürften die Inflation ankurbeln.

Immobilienkäufer sollen laut Miriam Moore, Privatkundenvorstand bei Interhyp, weiterhin Zugang zu günstigen Hypotheken haben. Schauen Sie sich die vergangenen Jahre an, in denen Zinsen von vier Prozent und mehr keine Seltenheit waren, und bewerten Sie den Anstieg. „Das Geld für den Bau ist immer noch sehr günstig und wird es angesichts der Auswirkungen der Pandemie und der Geldpolitik auch bleiben.“

Tatsächlich verfolgen die Europäische Zentralbank und die US-Notenbank trotz der Aussicht auf eine höhere Inflation eine weiche Geldpolitik. Das schmälert die Anleiherenditen, sagt FMH-Immobilienexperte Max Herbst. Angesichts der steigenden Inflation erwartet er jedoch, dass der Zinssatz für zehnjährige Baukredite im Laufe des Jahres über einem Prozent liegen wird.

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