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WOHNEN IN DEUTSCHLAND: RENNER HABEN 60 QUADRATMETER PRO PERSON.

In Deutschland ist der größte Lebensraum - ältere Menschen, die wenigsten - Migranten. Jeder zweite Einwohner des Landes verfügt über mindestens 41 Quadratmeter, und wie groß ist die durchschnittliche Wohnungsgröße?

  • 09. MÄRZ 2021

Die Corona-Pandemie mit langen Lockdowns, geschlossenen Schulen und Telearbeit hat gezeigt, wie wichtig es ist, zu Hause genug Platz für alle Familienmitglieder zu haben. Das Institut der deutschen Wirtschaft in Köln (IW) hat sich vorgenommen herauszufinden, über welchen Wohnraum die Bevölkerung in Deutschland heute verfügt. Relevante Statistiken wurden von Pekka Sagner, Experte des Instituts für Wohnungspolitik und Immobilienmarkt Deutschland, erhoben und ausgewertet.

Er kam in seiner Studie zu dem Schluss, dass die durchschnittliche Wohnfläche pro Kopf in Deutschland in den vergangenen dreißig Jahren um ein Drittel zugenommen hat, sodass der Median heute bei 41 Quadratmetern liegt, also die Hälfte der Bevölkerung mehr hat Quadratmeter, die andere weniger.

Migranten in Deutschland haben durchschnittlich 30 Quadratmeter Wohnfläche pro Person

Rentner haben heute die größte Wohnfläche pro Person in Deutschland: Sie verfügen im Schnitt über 60 Quadratmeter pro Person, was vor allem auf die stetig wachsende Zahl von Ein-Personen-Haushalten zurückzuführen ist. Ihr Anteil stieg im vereinten Deutschland von 1990 bis 2018 von 341 TP2T auf 421 TP2T. Ältere Menschen leben oft allein in solchen Höfen.

Hinzu kommt, dass in einer alternden Gesellschaft und hoher Lebenserwartung immer mehr Wohnungen oder Einfamilienhäuser von älteren Ehepaaren bewohnt werden. Pekka Zagner schätzte, dass in drei der vier deutschen Haushalte mittlerweile maximal zwei Personen leben. Das führt natürlich dazu, dass jeder eine relativ große Wohnfläche hat.

Haushalte mit drei oder mehr Einwohnern machen nach Berechnungen eines deutschen Wissenschaftlers nur einen kleinen Teil des deutschen Wohnungsbestands aus. Migranten, die zum Geldverdienen oder als Flüchtlinge nach Deutschland gekommen sind und dort Fuß gefasst haben, leben oft in solchen Haushalten. Ihre Familien leben oft unter einem Dach, nicht einmal zwei, sondern drei Generationen, was die Quadratmeterzahl pro Person reduziert.

Laut einer Studie des IW-Instituts verfügen Deutsche mit Migrationswurzeln über durchschnittlich 30 Quadratmeter Wohnfläche, während Einheimische 45 Quadratmeter pro Person zur Verfügung haben.

Die durchschnittliche Größe einer Wohnung in Deutschland beträgt 100 Quadratmeter

Pekka Zagner analysierte auch die Größe von Hausbesitzern und Mietern, wie es sie in Deutschland viele gibt: Zu den Besonderheiten des deutschen Immobilienmarktes gehört, dass mehr als die Hälfte der Bevölkerung in Mietwohnungen und -häusern lebt. Berechnungen haben ergeben, dass Eigentümern von Immobilien durchschnittlich 48 Quadratmeter pro Person und Mietern 35 Quadratmeter zur Verfügung stehen.

Demnach hat die erste eine Gesamtwohnungsfläche von 125 qm, die zweite - 75 qm, was dazu führt, dass die durchschnittliche Wohnungsgröße im heutigen Deutschland bei 100 qm liegt.

Der Autor der Studie verglich auch den Lebensraum der Deutschen in Abhängigkeit von ihrem Bildungsniveau. Es stellte sich heraus, dass der Unterschied nicht so groß ist. Die Gesamtfläche der Wohnungen für Hochschulabsolventen beträgt im Durchschnitt 105 Quadratmeter, für Personen ohne Hochschulabschluss 92 Quadratmeter.Rechnet man die Wohnfläche pro Person mit ein, betont Pekka Zagner in seiner Studie, wird der Unterschied minimal sein.

Diese Daten deuten darauf hin, dass sich in Deutschland gut ausgebildete Fach- und Facharbeiter oft eine etwa gleich große Wohnung leisten können wie Hochschulabsolventen.

Quelle:  Deutsche Welle

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