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VERSTÄRKTER IMMOBILIENBOOM

Neue Mietpreise in München haben 20 Euro erreicht

28. DEZEMBER 2020

München bestätigt seinen Ruf als teuerste Metropole des Landes. Jetzt müssen Mieter mehr als 20 Euro pro Quadratmeter vermieteter Wohnungen bezahlen. Doch der Trend zu „Remote“ dürfte sich bald auf das Preisniveau auswirken.

Die Mieten in Deutschlands bevölkerungsreichster Stadt sind der Krone zum Trotz weiter gestiegen: Eine gute Neubauwohnung kostet in München mittlerweile durchschnittlich 20 Euro pro Quadratmeter, sagte Professor Stefan Kippes, Leiter Marktforschung beim Immobilienverband Deutschland eV (IVD). Süden. Die Münchner müssen durchschnittlich 30 Prozent ihres Familieneinkommens fürs Wohnen aufwenden. Die bayerische Landeshauptstadt habe seit vielen Jahren eine „ganz schreckliche rote Abwärtstrendlinie“ bei Bau- und Fertigstellungsgenehmigungen.

Allerdings erwarten Immobilienexperten bald „einen Rückschlag“. Das liegt zum einen an der Rezession und der steigenden Arbeitslosigkeit, zum anderen an der Tendenz zum Homeoffice. Remote Work lässt Distanzen außer Acht: „Wenn ich nur einmal in der Woche nach München muss, habe ich fast ganz Bayern zum Leben zur Verfügung“, erklärt Kippes. Das ist ein Hoffnungsschimmer für ländliche Regionen, die mit Abwanderung kämpfen, während München in vollem Gange ist.

Im Schnitt sind die Mieten für Wohnungen und Häuser in Bayern seit dem Frühjahr um 3 Prozent gestiegen. Eine gute Wohnung ist in München für 17,40 Euro pro Quadratmeter zu mieten, in Augsburg, Nürnberg und Würzburg für 10 Euro, in Ingolstadt und in Fürth, Bayreuth, Bamberg und Schweinfurt in der Regel noch weniger. In Großstädten werden bundesweit durchschnittlich 12,40 € gezahlt.

In Ingolstadt sinken die Mieten weiter. „Hauptgrund ist ein Einstellungsmoratorium bei Audi“, sagt IVD-Marktforscher Michael Specht. Private Hauseigentümer verlangen nach wie vor unrealistische Preise. Ihm zufolge werden die Mieten „deutlich sinken“ und „das Hochpreissegment ist komplett verschwunden“.

In Nürnberg haben Mieter jetzt eine viel größere Auswahl. „Die Zahl der Aufrufe von Immobilien steigt, die Dauer der Anzeigenschaltung nimmt zu“, sagt IVD-Experte Marcus Kestler.

In Stuttgart, einer weiteren süddeutschen Metropole, beträgt die Miete laut IVD im Herbst 16,60 Euro pro Quadratmeter. Zu anderen deutschen Großstädten liegen dem IVD noch keine Vergleichsdaten vor. In diesem Frühjahr verzeichnete der Verband folgende Mietniveaus. München lag damals bei 19,50 €, gefolgt von Stuttgart (16,50 €), Hamburg (15,60 €), Köln und Düsseldorf (je 15 €). Die günstigsten der halben Millionen Städte waren Leipzig (10,20 €) und Dresden (10,50 €). Der IVD geht jedoch davon aus, dass sich die Krise in der Krone sowohl auf die Mieten als auch auf die Kaufpreise stärker auswirken wird. 

Der IVD veröffentlicht keine Daten für Berlin, wo im Februar die Höchstmiete für 5 Jahre auf 9,80 pro Quadratmeter in Kraft trat. „Der Markt ist eingefroren, sodass eine verlässliche Marktberichterstattung nicht möglich ist“, sagte IVD-Präsident Jürgen Michael Schick. Neubauten, die nach 2014 errichtet wurden, sind in dieser Obergrenze nicht enthalten.

München ist und bleibt seit vielen Jahren die Stadt mit den höchsten Mieten in Deutschland.

Quelle: Store-Manager

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