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BLASENGEFAHR AUF DEM IMMOBILIENMARKT IN MÜNCHEN UND FRANKFURT.

Nirgendwo auf der Welt ist das Risiko einer Blase auf dem Immobilienmarkt so hoch wie in zwei deutschen Städten. Die Preise steigen und neue Wohnungen werden nicht schnell genug gebaut.

  • 05. OKTOBER 2020

Laut einer Großbank UBS sind München und Frankfurt weltweit führend in der Höhe des Risikos einer Blase auf dem Immobilienmarkt. Unter den 25 betroffenen Metropolen zeigten die Städte deutliche Überhitzungserscheinungen, teilte der Schweizerische Währungsfonds am Mittwoch in Frankfurt mit.

„Keine andere Stadt der Welt ist auf dem Immobilienmarkt einem solchen Blasenrisiko ausgesetzt wie München und Frankfurt“, sagte Maximilian Kunkel, UBS-Chefanlagestratege in Deutschland.

Die Bank errechnete in ihrem Global Real Estate Bubbles Index 2020 Werte von 2,35 und 2,26 für München und Frankfurt, wobei bei mehr als 1,5 Punkten bereits die Gefahr einer Blase besteht. Damit liegen sie vor Weltstädten wie Paris und London. Auch Toronto, Hongkong, Paris, Amsterdam und Zürich gelten mit Werten über 1,5 Punkten als deutlich überhitzt. London, Genf, New York und Sydney werden mit Werten zwischen 0,5 und 1,5 Punkten als „überbewertet“ eingestuft.

München verteidigte seinen ersten Platz im Ranking und überholte innerhalb eines Jahres Frankfurt, Amsterdam, Hongkong und Toronto. „Das ist ein sehr alarmierendes Zeichen“, sagt Studienautor Matthias Holgei. Inmitten des Wirtschaftsbooms und der Verdopplung der Hauspreise im Laufe des Jahrzehnts ist Frankfurt zum „Opfer seines eigenen Erfolgs“ geworden. Die Krise der Krone wird nun zum Lackmustest für die Rechtfertigung hoher Preise. In München beflügelten weiterhin eine starke lokale Wirtschaft und ein stetiges Bevölkerungswachstum die Immobilienmärkte, während zu wenige neue Wohnungen geschaffen wurden.

UBS definiert die Immobilienblase als ein starkes und anhaltendes Missverhältnis zwischen Preisniveau und Fundamentaldaten in Städten wie Einkommen, Wirtschaftswachstum und Bevölkerungsmigration. Doch gemessen am Einkommen, das Facharbeiter für eine 60-Quadratmeter-Wohnung in Zentrumsnähe ausgeben müssen, hinken Frankfurt und München weit hinter Tokio, Hongkong, London und Paris hinterher.

Die Stabilität der Immobilienmärkte trotz Corona-Krise lässt sich auch durch staatliche Hilfen für die Wirtschaft erklären, die viele Menschen vor Einkommenseinbußen bewahrt haben. Die Immobilienmärkte hinkten der Wirtschaft hinterher. Trotz der globalen Rezession haben sich die steigenden inflationsbereinigten Wohnimmobilienpreise in den letzten vier Quartalen beschleunigt. Die Auswirkungen der Pandemie, wie sinkende Einkommen und eine Zunahme von Home Offices, dürften die Wohnungsnachfrage in den Ballungszentren schwächen. Mancherorts sinken bereits die Mietpreise für Immobilien.

Quelle: Yahoo Finanzen

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